• Moni Schiller

Wald-Pilz-Entdeckungen

Gestern war ich mit meiner Familie zum Pilze sammeln im Schurwald. Es war ein bisschen wie eintauchen in eine andere Welt. Eigentlich wollten wir Maronen-Röhrlinge sammeln. Gefunden haben wir zunächst knallgelbe und weiße Korallenpilze, eine Krause Glucke und Fliegenpilze. Die Korallenpilze und die Krause Glucke erinnerten eher an einen Blick auf den Meeresgrund als an einen Wald. Phantastisch mit welcher Vielfalt an Formen und Farben unsere heimischen Pilze aufwarten können. Seht selbst:



Zu den Pilzen, die man auch als Anfänger gut erkennen kann, gehört der sehr aromatische Maronen-Röhrling, den ich hier kurz vorstellen möchte:


Maronen-Röhrlinge wachsen im feuchten Fichten- oder Lärchenwald. Man erkennt sie an der dunkelbraunen Kappe, einem dicken Stiel, der stets eine blassere Farbe hat als der Hut und eine typische eingewachsene Maserung. Die weiße bis gelbe Unterseite des Huts hat keine Lamellen sondern sieht eher schwammig aus. Bei feuchter Witterung hat der Maronen-Röhrling eine schmierig-klebrige Hutoberfläche. Typisch ist auch, dass sich das Fruchtfleisch auf der Unterseite bei Druck blau verfärbt.


Der Maronen-Röhrling ist ein sehr aromatischer Speisepilz, der mit wenig Aufwand zu einem leckeren Pilzgericht wird und das geht so:


Zunächst die Pilze putzen. Dabei angefressene Stellen abschneiden und den Schmutz mit einem Messerchen oder einer Bürste vorsichtig entfernen. Dann die Pilze in Scheiben schneiden. Eine Zwiebel fein würfeln und in etwas Öl zusammen mit den Pilzen anbraten. Da der Pilz zu einem Großteil aus Wasser besteht, muss keine Flüssigkeit dazu gegeben werden. Das Ganze ca. 20 Minuten dünsten und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Schmeckt superlecker!




Krause Glucke getrocknet

Das zweite Highlight unserer gestrigen Tour war der Fund einer Krausen Glucke. Dieser Pilz sieht überhaupt nicht so aus, wie man sich einen typischen Pilz vorstellt. Eher wie ein Badeschwamm auf einem Baumstumpf (siehe Bild oben). Er ist ein sehr aromatischer Speisepilz, der auch sehr gut getrocknet werden kann. Dazu zerschneidet man die Glucke in kleine Teile und reinigt diese unter fließendem Wasser. Durch die Wuchsform des Pilzes sammeln sich nämlich jede Menge Nadeln und Waldboden in den Windungen an. Das Säubern ist also etwas aufwändiger. Danach wird der Pilz trockengetupft, in ca. 0,5 cm breite Streifen geschnitten und im Backofen bei ca. 50 Grad getrocknet. Übrig bleibt auf den ersten Blick nicht viel…. Klar, der Pilz besteht ja zum Großteil aus Wasser, dass beim Trocknen verdunstet ist.…. Die wertvollen Inhaltsstoffe und Aromen bleiben zum Glück größtenteils erhalten.


Was ich zum Thema Pilze sammeln noch bemerken möchte:

Meines Erachtens ist beim Pilze sammeln das Wichtigste, dass man nur die Pilze sammelt, die zweifellos als essbar identifiziert werden können. Wir wollen doch keine Pilzvergiftung riskieren!

Was ich auch noch sehr wichtig finde, ist der verantwortungsvolle Umgang mit der Natur. Sprich, wenn ich im Wald den Weg verlasse, achte ich darauf, wohin ich trete. Die Pilze, die nicht geerntet werden, lasse ich unversehrt stehen. Der Wald sollte nach meinem Besuch noch so aussehen wie vorher.


Geht doch auch mal auf die Suche, und lasst euch überraschen, welche Vielfalt an Pilzen unser heimischer Wald zu bieten hat!