• Moni Schiller

Kapuzinerkresse-Salz



Die Blüten der Kapuzinerkresse gehören zur Zeit zu meinen Favoriten unter den essbaren Blüten. Durch den vielen Regen wächst die Kapuzinerkresse dieses Jahr in meinem Garten üppiger denn je. Die knallig orange oder gelbe Farbe der Blüten und das scharfe würzige Aroma lädt direkt zum Naschen ein. Kapuzinerkresse schmeckt zwar ähnlich wie Gartenkresse, ist aber nicht mit ihr verwandt. Sie stammt ursprünglich aus den Tropen Südamerikas und wird dort von Kolibris bestäubt. Der lange Schnabel der Kolibris kommt dabei mühelos an den süßen Nektar, der im länglichen Blütensporn auf der Rückseite der Blüte enthalten ist. So wie der Kolibri mag auch ich am liebsten den Teil der Blüte, in dem der Nektar versteckt ist. Deshalb esse ich immer zuerst die Blütenblätter und hebe mir den langen Blütensporn mit dem süßen Nektar bis zum Schluss auf. Hmmm… was für ein Genuss!


Aber nicht nur die Blüten der Kapuzinerkresse sind essbar. Auch die fast kreisrunden Blätter schmecken superlecker und eignen sich frisch als Brotbelag. Blüten und Blätter machen sich auch gut als Zutat in einem Wildkräuter-Pesto oder getrocknet als Würzmittel z.B. für Salate. Selbst die dicken Samen der Kapuzinerkresse kann man trocknen und als Pfefferersatz verwenden.


Ich habe mit meinem Überfluss an Kapuzinerkresse dieses Jahr etwas Neues ausprobiert und ein zweifarbiges Kapuzinerkresse-Salz hergestellt. Es ist so toll geworden, dass ich das Rezept mit euch teilen möchte:

Zutaten:

40 g schöne Blüten der Kapuzinerkresse (bei trockenem Wetter geerntet)

40 g schöne Blätter der Kapuzinerkresse

200 g Ursalz (grobes Steinsalz)


Zubereitung:

Die Blüten zunächst auf „Bewohner“ untersuchen und ggf. die Käferchen durch leichtes pusten in die Blüte entfernen. Anschließend die Blüten zusammen mit 100 g Salz in einen Hochleistungsmixer geben und pürieren, bis eine gleichmäßige orangefarbene Masse entstanden ist. Diese wird nun dünn auf einem Backpapier verstrichen. Anschließend die Blätter der Kapuzinerkresse mit den restlichen 100 g Salz pürieren und daneben auf dem Backpapier verstreichen. Da diese Kapuzinerkresse-Salzmischung nun ziemlich viel Feuchtigkeit enthält, wird das Ganze im Backofen bei 40 Grad Umluft getrocknet. Das dauert ca. 2 Stunden. Damit die Feuchtigkeit entweichen kann, klemme ich immer einen Rührlöffel in die Backofentür, so dass sie einen Spalt offen stehen bleibt. Wenn das Salz getrocknet ist, muss es nochmal im Mixer zerkleinert werden und fertig ist das orangefarbene und grüne Kapuzinerkresse-Salz. Abwechselnd in ein Glas geschichtet macht es optisch doch was her! Geschmacklich ist es sowieso toll und kann zum Würzen von Salaten, Kartoffelgerichten oder Aufstrichen verwendet werden.


Übrigens wurde die Große Kapuzinerkresse im Jahr 2013 zur Arzneipflanze des Jahres gewählt. Denn ihre Inhaltstoffe, hauptsächlich die Senföle wirken dreifach. Sie wirken entzündungshemmend, antibakterielle und antiviral. Deshalb wir die Kapuzinerkresse auch erfolgreich bei Erkältung und Blasenentzündung eingesetzt. Außerdem enthält sie viel Vitamin C, was unser Immunsystem stärkt. Ein guter Grund, nächstes Jahr wieder Kapuzinerkresse anzubauen.