• Moni Schiller

Hurra, die Vogelmiere ist wieder da!


Letzte Woche habe ich sie wieder saftig grün in meinem Garten entdeckt. Die Vogelmiere.

Für machen Gärtner ist sie ein Graus, ich freue mich immer über diese unscheinbare Powerpflanze. Für diejenigen von Euch, die sie nicht kennen, hier ein Kurzportrait:


Die gewöhnliche Vogelmiere ist eine einjährige krautige Pflanze. Ihre niederliegenden 3-40 cm langen Stängel bilden oft ganze Teppiche aus. Die Blätter sind klein, kurz, eiförmig und spitz. Jede kleine Blüte hat fünf weiße Blütenblätter. Die Kenner werden sich jetzt wundern… fünf Blütenblätter? Ja, denn jedes Blütenblatt ist fast bis auf den Grund zweigeteilt, so dass die kleinen Blüten wie winzige Sterne aussehen.

Anhand der Blütenfarbe kann man die Vogelmiere auch ganz leicht vom schwach giftigen Ackergauchheil unterscheiden, der orange-rot blüht. Im Zweifel sollte man vor der Ernte also lieber warten, bis die weiße Blüte der Vogelmiere zu sehen ist.

Charakteristisch für die Vogelmiere ist ein gummiartiges Band im Inneren des Stängels. Wenn man den Stängel vorsichtig auseinanderzieht, sieht man es. Daher kommt auch die Bezeichnung, die meine Oma für die Vogelmiere verwendete: Hühnerdarm.


Meine Oma hat die Vogelmiere allerdings immer mit der Wurzel ausgerissen, da sie immer Landwirtschaft betrieben hat und das „Unkraut“ entfernt werden musste. Sie würde sich sicherlich sehr wundern, wenn sie wüsste, dass ich mich über saftig grüne Vogelmiere freue und sie regelmäßig in verschiedensten Varianten genieße.


In der Literatur kann man nachlesen, dass es Vogelmiere während des ganzen Jahres gibt. Meine verschwindet immer im Sommer, denn zu warm und zu trocken mag sie es nicht. Dafür sprießt sie jetzt wieder im Herbst, ist winterfest, keimt noch bei unter null Grad und wächst sogar unter der Schneedecke.


In den kleinen Pflänzchen steckt für uns so viel Wertvolles: Vitamine C, A, B1, B2 und B3, jede Menge Mineralstoffe wie z.B. Eisen, Zink, Kalzium, Kalium und Magnesium, außerdem noch Flavonoide und Saponine.



Es lohnt sich also die Vogelmiere in den Speiseplan zu integrieren. Durch ihren frischen, milden Geschmack, der leicht an jungen Mais erinnert, ist sie vielfältig verwendbar. Man kann sie z.B. für eine Suppe verwenden, zu einem Pesto verarbeiten oder einfach in den Salat mischen. Mein persönliches Lieblingsrezept ist der Vogelmieren-Smoothie.


Wie ich ihn mache verrate ich euch hier:

Man nehme eine Hand voll Vogelmiere,

einen Apfel, eine Birne, eine Banane,

200 ml Apfelsaft und 300 ml Wasser.


Die Vogelmiere und das Obst zunächst waschen und grob zerkleinern. Die Vogelmiere bitte nicht am Stück in den Mixer geben, da das Ganze sonst faserig wird. Nun noch den Apfelsaft und das Wasser dazu geben und im Hochleistungsmixer ca. eine Minute lang mixen. Fertig ist der leckere Smoothie. Sieht das nicht toll aus?


Sogar mein Mann und meine Kinder trinken immer etwas davon … Ziel erreicht, würde ich sagen 😊


In der Volksheilkunde wird übrigens ein Tee von Vogelmiere bei Entzündungen der Atemwege eingesetzt. Der Tee soll auch zur Entschlackung bei Rheuma und bei Verstopfung helfen. Äußerlich, als heißer Umschlag kann Vogelmiere bei Hautreizungen, Hautentzündungen, Geschwüren und Schuppenflechte helfen.


Ihr seht also, die Vogelmiere hat‘s in sich. Meine Hühner wussten das schon lange. Sie lieben diese Pflanze ganz besonders. Allerdings müssen sie die Vogelmiere aus meinem Garten nun mit uns teilen.