• Moni Schiller

Herbstzeit - Hagebuttenzeit


Früher hatte ich ein eher gespaltenes Verhältnis zu Hagebutten. Ich kann mich gut an meine Schulzeit erinnern, in der die Kerne der Hagebutte als Juckpulver verwendet wurden. Auch später, als meine Tochter in der Grundschulzeit unbedingt mal Hagebutten für den Tee trocknen wollte und wir die Hagebutten halbiert und stundenlang mühevoll ausgekratzt haben, wollte ich das nicht wieder machen.


Das Gute ist: Es geht auch anders und es lohnt sich!


Denn die Früchte der Wildrose sind voller wertvoller Inhaltstoffe: Gerbstoffe, Pektine, Fruchtsäuren, Carotinoide und unheimlich viel Vitamin C. Bis zu 20-mal mehr Vitamin C als eine Zitrone kann eine Hagebutte enthalten. Damit stärkt sie doppelt unser Immunsystem und damit unsere Abwehrkräfte: Das erste Mal beim Sammeln an der frischen Luft und das zweite Mal beim Verzehr.


Jetzt zur Herbstzeit findet man die Früchte der Wildrosen häufig an Waldrändern oder in Wildhecken. Es gibt übrigens keine giftigen Exemplare unter den Hagebutten. Selbst die schwarzen Früchte der Dünen-Rose sind verzehrbar.


Man muss allerdings ein paar Kleinigkeiten beachten:

Da die Nüsschen der Hagebutte mit feinen Widerhaken bestückten Härchen bedeckt sind, die bei Hautkontakt Juckreiz hervorrufen (wie bereits erwähnt), sollte man die Hagebutte niemals am Stück verspeisen. Will man Sie direkt vom Strauch essen, empfehle ich die Früchte doch mit einem Messer zu halbieren und die Kernchen sorgfältig auszukratzen. Wenn die Hagebutte schon etwas reifer ist, kann man das Mus auch aus der Frucht herausquetschen. Die Kerne bleiben dabei in der Schale. Ich selbst war überrascht, wie frisch und fruchtig die rohen Hagebutten schmecken. Also nur Mut, versucht es mal!


Für die Verarbeitung zu Hause bevorzuge ich Rezepte, bei denen man die Kerne nicht auskratzen muss, wie z.B. Hagebutten-Ketchup. Das werden wir in meinem Workshop am 18.10. gemeinsam herstellen.


Mein persönlicher Favorit ist Hagebuttenpulver. Das geht so:


Hagebutten waschen, trocken tupfen, vom schwarzem Käppchen und Stiel befreien, mit dem Messer halbiert und an einem warmen Ort oder im Backofen bei max. 40 Grad trocknen. Wenn sie gut durchgetrocknet sind, pulverisiert man die Hagebutten entweder in einer elektrischen Kaffeemühle oder einem Hochleistungs-Zerkleinerer (z.B. Thermomix). Die juckenden Härchen werden dabei zerstört. Das fertige Pulver kann man in einer Dose oder einem Glas aufbewahren.

Ich rühre das Hagebuttenpulver am liebsten in den Joghurt oder streue es übers Müsli.


Das Pulver ist ein bewährtes Nahrungsergänzungsmittel, vor allem bei Gelenkschmerzen, da der Inhaltsstoff Galaktolipid Entzündungsreaktionen in den Gelenken abschwächen kann.

Natürlich kann man das Pulver auch in ein Tee-Filterpapier füllen und sich einen Hagebuttentee kochen, der sich bei Erkältungskrankheiten bewährt hat.


Viel Spaß und Erfolg beim Ausprobieren!