• Moni Schiller

Frisches Grün auch im Winter: Der kleine Wiesenknopf

Gerade zu dieser Jahreszeit gibt es ja nicht so viele frische Kräuter aus dem Garten. Umso mehr freue ich mich über meinen kleinen Wiesenknopf. Trotz der kalten Witterung treibt er fleißig frische, junge Blätter und bereichert damit unseren Speiseplan. Grund genug, etwas über ihn zu schreiben…

Ich muss es ja zugeben, vor meiner Kräuterausbildung kannte ich den kleinen Wiesenknopf, auch Pimpinelle genannt, gar nicht. Es ist ein recht unauffälliges Kraut und man muss schon etwas genauer schauen, um den kleinen Wiesenknopf auf mageren Wiesen, an Böschungen oder Wegrändern zu finden. Er lässt sich aber auch sehr einfach in den Garten pflanzen und das lohnt sich, denn die Blätter des kleinen Wiesenknopfs haben ein herrlich frisches gurkenähnliches Aroma, im Nachgeschmack ein wenig herb wie die Walnuss. Man kann die jungen Triebe für Salate und Dressings, für Kräuterquark oder als frische Note in grünen Smoothies verwenden. Oder ganz einfach: kleingeschnitten auf dem Brot. Zudem ist das Kraut fester Bestandteil in der Frankfurter grünen Soße, die in manchen Regionen traditionell am Gründonnerstag gegessen wird.


Wie fast alle Wildkräuter kann auch der kleine Wiesenknopf als Heilkraut verwendet werden.

Er wird in der Volksmedizin beispielsweise bei Entzündungen der Mundschleimhaut eingesetzt, wofür empfohlen wird, mehrmals täglich mit einem Teeaufguss des Krauts zu gurgeln. Außerdem wirkt das Kraut blutstillend. Gleichzeitig enthält es viel Vitamin C und Mineralien und wirkt so gegen Frühjahrsmüdigkeit.


Übrigens kommt es immer wieder aufgrund seines volkstümlichen Namens „Pimpinelle“ zu Verwechslungen mit der Pflanzengattung der „Bibernellen“, lateinisch „Pimpinella“. Diese jedoch gehören zur Pflanzenfamilie der Doldenblütler, wohingegen unser kleiner Wiesenknopf (lat. Sanguisorba minor) zur Pflanzenfamilie der Rosengewächse gehört. Tatsächlich sehen sich die Blätter der kleinen Bibernelle und des kleinen Wiesenknopfs an der Blattrosette sehr ähnlich.

Spätestens jedoch wenn der kleine Wiesenknopf im Mai die ca. 1 cm großen, kugeligen, roten Blüten zeigt, besteht keine Verwechslungsgefahr mehr. Diese putzigen Blüten waren für mich ursprünglich der Grund, weshalb der kleine Wiesenknopf in meinen Garten einziehen durfte. Was für ein Glück, denn nun kann ich ihn das ganze Jahr hindurch genießen.

Versucht es doch auch mal in eurem Garten oder auf dem Balkon mit dem kleinen Wiesenknopf.